Videoüberwachung im Unternehmen

Als erstes steht das berechtigte Interesse, des Unternehmens (Art. 6 Abs 1 DSVGO). Zum anderen, wenn keine andere Möglichkeit des Unternehmensschutzes besteht. Unter berechtigtem Interesse versteht man, dass der Schutz des Eigentums nur mit einer Videoüberwachung gewährleistet werden kann. Betrachtet man dies aus der Perspektive eines Fulfillment Center, welches mehrere Eingänge und Zufahrten besitzt, hat dieses ein großes Interesse daran, nur Befugten den Zutritt zu gewähren. Ebenso kann die Videoüberwachung eingesetzt werden, wenn es auf dem Firmengelände in der Vergangenheit zu Diebstählen oder Schäden gekommen ist. Es gilt zu beachten, dass diese Vorfälle dokumentiert worden sind.

Der nächste wichtige Aspekt ist der einzuhaltende Datenschutz. Es ist auszusagen, dass die Erforderlichkeit der Datenverarbeitung gegeben sein muss. Es ist immer zu beachten, dass das mildeste Mittel zur Überwachung eingesetzt werden sollte. Das heißt, angelehnt am vorigen Beispiel, ob es ausreichend ist die Kamera in der Werkseinfahrt nur einzuschalten, wenn ein LKW-Fahrer geklingelt hat. Besitzt das Unternehmen einen Pförtnerdienst so könnte die Überwachung anhand eines Live-Streams stattfinden, ohne eine Aufzeichnung. Eine weitere essenzielle Pflicht des Betreibers einer Videoüberwachung ist das Anbringen von Hinweisschildern. Diese müssen zwingend außerhalb des überwachten Bereichs angebracht werden und zum frühestmöglichen Zeitpunkt darauf hinweisen. Die Schilder müssen für alle die das Gelände betreten möchten deutlich sichtbar sein.

Der Artikel 13 der Datenschutz-Grundverordnung legt genau fest, welche Informationen der Zu überwachende erhalten muss.

  • Wer macht die Überwachung,
  • Zu welchem Zweck wird die Überwachung durchgeführt,
  • Wie lange werden meine Daten gespeichert.

Aktuell gibt es keinen genauen Passus für „Videoüberwachung“ in der EU-DSVGO.  Die Konformität besteht in den Grundsätzen der Datensparsamkeit, Vertraulichkeit, Transparenz und der Datenweitergabe. Das überwachende Unternehmen muss die Verarbeitungsprozesse:

  • Zweck,
  • Umfang,
  • Art der Daten,
  • Betroffene Personen dokumentieren.

Jede betroffene Person muss im Zuge der Transparenz der Datenverarbeitung und Aufzeichnung freiwillig zustimmen.

Die Version des BDSG enthält in § 4 eine Regelung zur Videoüberwachung. Doch der BVerwG hat die aktuelle Fassung für europarechtswidrig erklärt.

Es gilt nämlich der Anwendungsvorrang des sogenannten Unionsrechts. Bestimmungen der DSGVO dürfen demnach nicht durch nationale Regelungen der Mitgliedstaaten unterlaufen werden.

Das EDSA gibt eine 72-stündige Löschfrist vor. Das heißt, das Unternehmen innerhalb dieser Frist den Eigentumsschutz oder die Beweissicherung abgeschlossen haben müssen. Möchte der Betreiber diese Grenze überschreiten, so muss er erhöhte Anforderungen bestehen. Das kann zu einer Speicherung von bis zu 10 Tagen nach sich ziehen. Diese Entscheidung haben Gerichte in mehreren Fällen entscheiden, da es in Einzelfällen nicht praktikabel wäre, die Speicherdauer auf drei Tagen zu begrenzen.

Eine professionelle Videoüberwachung zeichnet sich durch viele verschiedene Aspekte aus. Der Markt mit Kameraherstellern ist mittlerweile sehr groß und somit ist es oft schwierig die passende Anlage für die eigenen Ansprüche zu finden. In der Praxis haben sich folgende Anforderungen etabliert.

  • Die Bildqualität sollte mindestens eine 4K Auflösung besitzen,
  • Bei der Aufzeichnung bei Nacht oder schlechter Sicht sollte ein IR-LED verbaut sein,
  • Der Einsatz von unterschiedlichen Kameramodellen ist sehr zu empfehlen ( Dome-, Bullet-Kameras),
  • Leicht bedienbare Software,
  • Einfache Einbindung zusätzlicher Kameras und NVRs.

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